Leitbild

Komponente 3: Qualitätsansprüche/Qualitätsleitbild

Was bedeutet das?

Mit ihren Qualitätsansprüchen und in ihrem Qualitätsleitbild legt die Schule die Qualitäten (Werte, Normen, Standards) fest, nach denen sie sich beurteilen lassen bzw. künftig selber evaluieren will. Der Begriff wird bewusst in Abgrenzung zum herkömmlichen Begriff des Schulleitbildes verwendet. Das Schulleitbild dient dazu, das wünschenswerte, teilweise visionäre Profil einer Schule für die Darstellung nach außen (im Sinne der Corporate Identity) möglichst eingängig zu kommunizieren. Das Qualitätsleitbild hingegen wirkt nach innen, in einer Funktion, die in einem direkten und unmittelbaren Bezug zum Qualitätsmanagement steht: Die Schule definiert damit die Qualitätsansprüche (Soll-Aussagen), mit denen sie die reale Praxis (Ist-Zustand) vergleichen kann (Ist-Soll-Vergleich), um auf dieser Grundlage Entwicklungsschritte Verminderung der Ist-Soll-Unterschiede zu ergreifen.

Für die Erarbeitung und Formulierung der Qualitätsansprüche bietet das Q2E-Modell das so genannte ‚Q2E-Basisinstrument zur Schulqualität’ mit den fünf Qualitätsbereichen und den 15 Qualitätsdimensionen an. Es handelt sich dabei um eine systematische Zusammenstellung von Qualitätsaussagen zur guten Schule mit dem Ziel, die zentralen Qualitäten einer guten Schule in einer übersichtlichen, griffigen und praktikablen Form darzustellen, um damit eine umfassende, möglichst ganzheitliche Qualitätswahrnehmung und –reflexion der Schule zu ermöglichen.

Warum sind Qualitätsansprüche ein wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements?

Die Entwicklung von Qualitätsansprüchen ist eine unentbehrliche Grundlage für das schulinterne Qualitätsmanagement. Sie ermöglicht eine ganzheitliche und differenzierte Wahrnehmung und Reflexion der Schulqualität im Sinne der 15 Dimensionen, wie sie im ‚Basisinstrument zur Schulqualität’ dargestellt sind. Das schulische Qualitätsmanagement erhält damit ein verbindliches Referenzsystem, einerseits um die Schul- und Unterrichtsentwicklung gezielt in Angriff zu nehmen, andererseits um einen differenzierten und umfassenden Qualitätsnachweis für die Rechenschaftslegung zu führen. Die entwickelten Qualitätsansprüche werden in einem Qualitätsleitbild zusammengeführt. Das Qualitätsleitbild wird zu einem zentralen Orientierungsrahmen für alle Qualitätsaktivitäten, die im Rahmen eines schulischen Qualitätsmanagement anfallen. Konkret lassen sich folgende Funktionen benennen:

Was bringt ein Qualitätsleitbild der Schule?

Ein Qualitätsleitbild, das in einem breit abgestützten Verfahren innerhalb des Kollegiums erarbeitet worden ist, hat in der Regel eine große Akzeptanz in der Schule. Es stellt sicher, dass sich die Evaluationen und Beurteilungen sowohl der individuellen Praxis als auch der institutionellen Prozesse und Rahmenvorgaben auf eine akzeptierte normative Basis abstützen zu können. Zudem dient es dazu, die schulspezifischen Qualitätsansprüche transparent zu machen: sei es als Entscheidungshilfe bei strittigen Fragen oder als Bezugspunkt, um eine strategische/normative Neuorientierung bewusster und gezielter angehen zu können.

Fragen, die bei der Entwicklung von Qualitätsansprüchen geklärt werden müssen:

Grundlage zur konkreten Arbeit: Q2E-Broschüre ‚Basisinstrument zur Schulqualität’